Nachhaltigkeitsstrategie Hessen

Lernen und Handeln für unsere Zukunft

Schuljahr der Nachhaltigkeit

Was ist das SdN?

Das Schuljahr der Nachhaltigkeit (SdN) verfolgt das Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an hessischen Grundschulen zu verankern. Die Grundschulkinder erfahren, was nachhaltige Entwicklung für ihre eigene und die Lebenswelt anderer Menschen rund um den Globus bedeutet. Mithilfe anschaulicher Materialien und spannender Experimente entwickeln die Kinder Handlungsoptionen für eine nachhaltigere Welt und lernen, diese auch in ihrem eigenen Alltag umzusetzen.

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Das Denken in Zusammenhängen wird gefördert, Empathie und Reflexionsfähigkeit werden gestärkt. Dazu wurden acht Themenmodule passend zu den Hessischen Bildungsstandards für die 3. und 4. Klasse konzipiert. Sie werden über ein Jahr verteilt mit jeweils einem gesamten Jahrgang der beteiligten Schulen umgesetzt. Im Sinne des „Whole School Approach“ werden die Themen über den Unterricht hinaus aufgegriffen, um die gesamte Schulgemeinde für einen nachhaltigen Betrieb der Schule einzubinden.

Was bietet das SdN Ihrer Schule?

Das SdN 3.0 legt den Fokus auf die Beratung von Schulen zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung, um diese im Sinne eines Whole School Approach zu verankern. Das SdN-Angebot umfasst vielfältige und didaktisch hochwertige Bildungsmaterialien und Lernwerkstätten. Ergänzt werden diese Unterrichtsangebote durch Lehrkräftefortbildungen sowie Betreuung und Beratung der Lehrkräfte und Schulleitungen. Hierzu kommen unsere qualifizierten SdN-Multiplikatorinnen und Multiplikatoren – das sind außerschulische BNE-Pädagoginnen und Pädagogen – in Ihre Schule und arbeiten mit Ihnen in Bildungspartnerschaften zusammen, um Sie auf dem Weg zur nachhaltigen Schule zu unterstützen – individuell und an die Bedürfnisse Ihrer Schule angepasst. Nach einer vorangegangenen Pilotphase an Modellschulen soll das SdN 3.0 in Hessen nun in die Breite gebracht und bis Ende 2024 an mindestens 120 hessischen Grundschulen verstetigt werden.

Sie interessieren sich für eine Teilnahme Ihrer Schule am SdN?

Das SdN 3.0 richtet sich sowohl an neue interessierte Schulen als auch an SdN-erfahrene Schulen. Die buchbaren Unterstützungsangebote unterscheiden sich je nachdem, ob Sie schon früher am SdN teilgenommen haben und wie eigenständig Sie das SdN an Ihrer Schule durchführen möchten.

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Lernen Sie unsere Bildungsmaterialien kennen!

Ob zu Biologischer Vielfalt, Fairem Konsum, Klimaschutz oder Energie: Unsere Lernwerkstätten greifen wichtige Zukunftsthemen auf. Sie sind fächerverbindend an den hessischen Bildungsstandards und dem Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung ausgerichtet. Die Bildungsmaterialien können kostenlos heruntergeladen und auf den Lernstand der Kinder angepasst werden. Die Module sind handlungsorientiert und für zwei bis vier Schulstunden konzipiert. Je nach Bedarf können auch einzelne Arbeitsblätter oder Experimente für den Unterricht genutzt werden, ohne dass ein kompletter Lernwerkstattzyklus durchgeführt wird.

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Wir beraten Sie gerne!

Als neue, interessierte Schule haben Sie zunächst die Möglichkeit, das SdN, insbesondere unsere Bildungsmaterialien und Unterstützungsmöglichkeiten, kennenzulernen.

Für Schulen, die bereits Erfahrungen mit dem SdN gesammelt haben, bieten wir Lehrkräfte-Fortbildungen an, bei denen Ihr gesamtes Kollegium ein gemeinsames Verständnis zu den Konzepten BNE, dem Lernbereich Globale Entwicklung und Nachhaltigkeit als Aufgabe der ganzen Schule entwickelt. Im Gespräch mit der Schulleitung erörtern Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Anknüpfungspunkte zur Stärkung einer BNE in der Schule. Gemeinsam entwickeln sie Ideen und Schritte zur Weiterarbeit. Mit unterschiedlichen Wahlbausteinen wird Ihre Schule individuell unterstützt, Nachhaltigkeit dauerhaft und strukturell zu implementieren. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Koordinationsstelle.

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Lassen Sie sich für Ihr Engagement auszeichnen!

Engagierte Schulen können sich für die Auszeichnung „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ bzw. „Schule der Nachhaltigkeit“ bewerben. Die Auszeichnung vergibt das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Abstimmung mit dem Kultusministerium Hessen. Ausgezeichnete Schulen werden mit einer Auszeichnungsfeier geehrt, bei der sie ihre Ideen und Projekte vorstellen können. Die Schulen sind Teil des Schulnetzwerkes „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“ und werden öffentlichkeitswirksam auf Seite der Nachhaltigkeitsstrategie präsentiert.

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Hessenkarte
Hessenkarte
© HMUKLV

Wer setzt das Programm an den Schulen um?

Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Hessen e. V. (ANU Hessen) koordiniert das SdN in Kooperation mit regionalen Partnern im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums.

Unser hessenweites SdN-Netzwerk aus derzeit 11 regionalen Partnern unterstützt SdN-Schulen und alle, die es werden wollen, bei der Weiterentwicklung und Verstetigung von BNE in der Schulgemeinde. Alle beteiligten Zentren und BNE-Netzwerke sind vom Land Hessen zertifizierte "Bildungsträger für BNE" und verfolgen einen ganzheitlichen institutionellen Ansatz zur Förderung der BNE in ihrer Institution.

Interessieren Sie sich für die Angebote zum Schuljahr der Nachhaltigkeit? Dann nehmen Sie gerne direkt Kontakt mit dem Partner aus Ihrer Region auf.

Ausgezeichnete Multiplikatoren
Multiplikatorinnen des "Schuljahres der Nachhaltigkeit" während des Erfahrungsaustausches in Wettenberg

Ausgezeichnete Praxis

Das Schuljahr der Nachhaltigkeit wird von zertifizierten Bildungspartnern für nachhaltige Entwicklung in Hessen durchgeführt. Geschulte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bringen ihre langjährige Praxiserfahrung in die Unterrichtseinheiten ein. Sie haben sich zum Netzwerk der SdN-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren zusammengeschlossen. Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Bundesministerium für Bildung und Forschung würdigten das Netzwerk 2019/2020 wie auch schon 2016 im Rahmen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP) als „Netzwerk mit Auszeichnung“.

Unesco-Logo

 

Lernwerkstätten und Bildungsmaterialien - Downloads

Sie suchen Anregungen und Ideen für die Aufbereitung von Themen zur nachhaltigen Entwicklung im Grundschulunterricht? Hier finden Sie Arbeitsmaterialien, Hintergrundinformationen und Ablaufpläne zu den verschiedenen Lernwerkstätten, die Sie direkt im Unterricht einsetzen oder als Anregung für die eigene Bildungsarbeit mit Kindern nutzen können. Zur Auswahl stehen Materialien zu den Themen Fair Play, Ernährung, Klimawandel und Klimaschutz, Energie, Abfall und Recycling, Insekten, Gewässer und ein Aktionsbaukasten.

Die Unterrichtseinheiten sind für zwei bis vier Schulstunden konzipiert und lassen sich individuell anpassen. Im Schulalltag können einzelne Methoden oder Arbeitsblätter genutzt, die Themenmodule auf mehrere Schulstunden verteilt oder in einer Projektwoche umgesetzt werden.

Für jede Lernwerkstatt gibt ein Überblicksdokument eine Einführung in das Thema und zu den Kompetenzen, die besonders geschult werden. Außerdem dient es zur Vorbereitung der Stunde bzw. von einzelnen Arbeitsphasen. Eine darin enthaltene Ablaufbeschreibung hilft bei der konkreten Gestaltung und Planung des Unterrichts.

Die benötigten Arbeitsblätter für Schülerinnen und Schüler (AB), Methodenblätter (MB) und Werkstattmaterialen zur Erstellung der Lernstationen (WM) können für jede Lernstation bzw. Spiele oder Experimente gebündelt heruntergeladen werden.

Als Abschluss einer Lernwerkstatt entwickeln die Schülerinnen und Schüler ausgehend von der Frage „Was kann ich tun?“ ihre eigenen Ideen für nachhaltigeres Handeln und halten diese auf Handabdrücken fest.

Nach einem kurzen Einstieg zu Wetter und Klima zeigt ein eindrucksvolles Experiment, wie CO2 die Temperatur ansteigen lässt. Den Treibhauseffekt lernen die Kinder in einem Legebild mit spielerischen Elementen genauer kennen. Experimente in Kleingruppen zeigen den Anstieg des Meeresspiegels. Bei einem Würfelspiel erfahren die Kinder, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Kinder weltweit hat. Zum Abschluss werden gemeinsam Ideen gesammelt, was Kinder zuhause und in der Schule tun können.

Die Kinder lernen die globalen Zusammenhänge zwischen unserem Konsum und den Folgen in Form von Abfall kennen. Es werden Bezüge zu globaler Gerechtigkeit deutlich. Sie erfahren, wie Abfälle vermieden und wiederverwertet werden können. Eine Müll-Geschichte, Mülltrennung und vielfältige Lernstationen rund um Abfallarten, Ressourcen- und Energieverbrauch, Abfälle weltweit und praktisches Direktrecycling geben Anregungen für die gemeinsame Suche nach Handlungsoptionen.

Woher kommt unser Strom, und welche Vor- und Nachteile haben unterschiedliche Stromquellen? Und was ist das Besondere an erneuerbaren Energien? Wofür brauchen wir am meisten Energie? Diese und andere Fragen werden gemeinsam in der Klasse und mit Experimenten geklärt. Ein Spiel zeigt anschaulich, wie (un-)gerecht der Energieverbrauch auf der Welt verteilt ist. Zum Schluss werden in Lernstationen Ideen zum Energiesparen zu Hause und in der Schule gesammelt.

Abwechslungsreiche Lernstationen behandeln Themen wie Fairer Handel, Essen bei uns und weltweit, saisonale und regionale Ernährung, tierische Lebensmittel, Bio-Siegel und nachhaltiges Frühstück. Die Kinder lernen globale Zusammenhänge der Herstellung unserer Lebensmittel kennen und können Bezüge zu Gerechtigkeit und Klimawandel herstellen. Spielerische Elemente wie Ernährungsbingo oder „1, 2 oder 3“ ergänzen Ideen für die Sammlung eigener Handlungsoptionen.

Ausgehend von den eigenen Lieblingsspielen befassen sich die Kinder mit dem Alltag von Kindern in anderen Weltteilen und den Auswirkungen von Spielzeugherstellung. Dabei werden Karten- und Brett – Lernspiele genutzt sowie ein Film über die Herstellung von Fußbällen und das Fair-Trade Siegel. Gemeinsam werden interessante Ideen gesucht, was die Kinder selbst tun können, um nicht permanent neues Spielzeug zu kaufen.

Mit Wasser und Boden bauen die Kinder ein Bachmodell und vollziehen nach, wie ein Gewässer entsteht, durch Menschen genutzt wird und wo Nutzungskonflikte auftreten. Um die Bedeutung der Strukturvielfalt für die Natur kennenzulernen, geht es bei einer Bachuntersuchung um die Ansprüche der Gewässertiere an das Gewässer. Zahlreiche Bilder zur Nutzung durch den Menschen früher und heute, hier und weltweit verdeutlichen die Bedeutung von vielfältigen Strukturen sowohl für den Menschen als auch für die Natur.

Den Start der Lernwerkstatt bildet – nach einer Einstiegsgeschichte – eine Schulhoferkundung aus Sicht eines Insekts. Durch diesen Perspektivwechsel wird ein Einstieg in das Verständnis der Bedürfnisse von Insekten erreicht. Anschließend erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler an Lernstationen Hintergrundinformationen über Lebensweise, Vielfalt und Gefährdung von Insekten/Wildbienen sowie über den Vorgang und die Bedeutung der Bestäubung. Mit diesem Wissenshintergrund erfolgt ein Schulhof-Check

Ziel ist die praktische Durchführung eines Projektes mit den Schülerinnen und Schülern. Die Materialien unterstützen beim gemeinsamen Planen und Handeln. Im Laufe des SdNs werden Projektideen der Kinder gesammelt. In der ersten Doppelstunde liegt der Schwerpunkt auf Gerechtigkeit und Motivation zum Aktivwerden. In Absprache mit der Lehrkraft bewerten die Schülerinnen und Schüler eine Auswahl der Ideen und wählen eine zur Durchführung aus. Die zweite Doppelstunde dient entweder dem Beginn der gemeinsamen Planung oder der praktischen Durchführung eines kurzen Projektes.

Weiterführende Links

Allgemeine Infos zu BNE

Zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Klimabildungsportal Hessen

Zum Klimabildungsportal

Nachhaltigkeit lernen in Hessen

Zum Schulnetzwerk

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Zum HMUKLV

Kontakt

Carmin Maier
Koordinationsstelle SdN
ANU Hessen e.V.
c/o Naturschutzhaus Weilbacher Kiesgruben
Frankfurter Str. 74
65439 Flörsheim-Weilbach

carmen.maier@anu-hessen.de
0151/21 22 07 69