Nachhaltige Entwicklung in Hessens Kommunen
Die hessischen Kommunen sind das Herzstück nachhaltiger Entwicklung – hier wird Nachhaltigkeit konkret gelebt. Verwaltung, Betriebe und Bürgerinnen und Bürger gestalten gemeinsam die Zukunft: von klimafreundlicher Mobilität über mehr Stadtgrün bis hin zu sozialer Teilhabe. Das FNE unterstützt sie dabei mit Austauschplattformen, Ideen und praktischen Impulsen für wirksame Projekte und Aktionen.
Nachhaltigkeit braucht junge Stimmen: Eindrücke aus dem Symposium in Eltville
Wie können Jugendliche nachhaltige Kommunen wirklich gestalten? Welche Strukturen brauchen wir? Was gelingt bereits in hessischen Kommunen – und wo hakt es noch?
Am 24. Juni 2026 fand in Eltville am Rhein das Symposium „Jugend gestaltet nachhaltige Kommune in Hessen" statt. Das Forum Nachhaltige Entwicklung (FNE) hatte gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global zu der Veranstaltung eingeladen.
Das Symposium brachte mehr als 50 Teilnehmende zusammen – darunter kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger. Kurzvorträge und Praxisberichte beleuchteten verschiedene Aspekte der Jugendbeteiligung in der lokalen Nachhaltigkeitspolitik. Moderiert wurde die Veranstaltung von Hanna Kramer (Institut für Ländliche Strukturforschung, IfLS).
Im Begrüßungsgespräch hoben Dr. Birgit Straubinger (Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat) und Patrick Kunkel, (Bürgermeister der Stadt Eltville am Rhein und Vorsitzender des Forums Nachhaltige Entwicklung), die Bedeutung von Jugendbeteiligung hervor. „Wir brauchen die Perspektive der Jugend – sie bringen die notwendige Leidenschaft mit. Dafür müssen wir auch unsere Prozesse verändern“, so Frau Dr. Straubinger. Patrick Kunkel verwies auf eine zentrale Erfahrung aus der kommunalen Praxis: Gute Kommunikation sei entscheidend – gleichzeitig brauche Beteiligung Zeit, um wirksam zu werden.
Zu Beginn gaben mehrere Impulse Einblicke in unterschiedliche Perspektiven auf Jugendbeteiligung: Svenja Quitsch (Heldenrat) stellte das Projekt „Junges Engagement für Nachhaltige Kommunen (JENK)“ der Bertelsmann Stiftung vor und betonte, wie wichtig echte Freiräume sind, in denen Jugendliche selbst planen und gestalten können. Niedrigschwellige Angebote ermöglichen dabei wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen – und zeigen, wie viel Engagement und Interesse junge Menschen mitbringen.
Prof. Dr. Friederike Edel (Hochschule Darmstadt) gab Einblicke in das Projekt „Freiraum wächst“ in Eltville, bei dem gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen klimaangepasste Stadträume entwickelt werden. Sie machte deutlich, dass diese Art der Zusammenarbeit zwischen Universität, Kommune und Jugend für alle Seiten bereichernd ist – „auch wir verändern uns“. Florian Brod berichtete von seinen Erfahrungen als Jugenddelegierter für Nachhaltige Entwicklung und empfahl, Jugendliche als Expertinnen und Experten ihrer Lebenswelten ernst zu nehmen.
In den Gesprächen wurde deutlich, worauf es für gute Jugendbeteiligung ankommt: echte Mitgestaltung, verlässliche Strukturen und Unterstützung im Hintergrund. Oder, wie Paolo Müller (ehemaliger Bundesvorsitzender des Freiwilligen Ökologischen Jahres) es formulierte: „Ehrenamt braucht Hauptamt.“ Gemeinsam mit Johanna Kitt (Akademie für Kinder- und Jugendparlamente Hessen) betonte er außerdem, wie wichtig es ist, Themen aufzugreifen, die Jugendliche direkt betreffen – etwa mentale Gesundheit oder Fragen rund um Bildung.
Staatssekretär Daniel Köfer (HMLU) machte deutlich, warum gerade Kommunen so wichtig für Jugendbeteiligung sind: „Hier sind die Wege kurz, hier erleben Jugendliche Nachhaltigkeit ganz konkret.“ Gleichzeitig dankte er den jungen Teilnehmenden für ihr Engagement und ermutigte sie: „Bringen Sie sich weiter so ein – kritisch und konkret!“
Wie gute Beteiligung aus Sicht junger Menschen aussehen sollte, erklärten Vertreterinnen und Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments Eltville ganz konkret: frühzeitig informiert werden, mitreden können, ernst genommen werden – und auch verstehen, warum Vorschläge manchmal nicht umgesetzt werden. Entscheidend sei vor allem ein Austausch auf Augenhöhe.
Am Nachmittag ging es dann in die Praxis: In einer Ideenwerkstatt arbeiteten die Teilnehmenden intensiv an konkreten Fragestellungen rund um Wirksamkeit, Kommunikation und die Verbindung von Jugend und Nachhaltigkeit. Dabei wurde unter anderem diskutiert, wie Jugendengagement sichtbarer werden kann und wie sich Nachhaltigkeit stärker im Alltag verankern lässt. Klar wurde auch: Wer junge Menschen erreichen will, muss bei ihren Lebenswelten ansetzen und Räume schaffen, in denen sie Selbstwirksamkeit erleben können.
Der Austausch wird weitergehen, stellten Patrick Kunkel und die FNE-Geschäftsstelle in Aussicht. Ziel ist es, Jugendliche noch stärker einzubinden, Herausforderungen offen zu diskutieren und die vielen bestehenden Initiativen und engagierten Akteurinnen und Akteure besser miteinander zu vernetzen.
Das Forum Nachhaltige Entwicklung (FNE) hatte gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global zu der Veranstaltung eingeladen.
- Hessischer Städte- und Gemeindebund
- Hessisches Ministerium des Innern und für Sport (Kommunale Strukturen und Interkommunale Zusammenarbeit)
- Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Klima-Kommunen, Stabstelle Ländliche Räume)
- Hessische Staatskanzlei
- Entwicklungspolitischer Beirat Hessen
- Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e. V.
- RENN.West
- Rhein-Main-Fair e. V.
- SKEW ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH
- Stadt Bad Nauheim
- Stadt Dietzenbach
- Stadt Eltville
- Stadt Frankfurt am Main
- Lahn-Dill-Kreis
- Landkreis Bergstraße
- Landkreis Marburg-Biedenkopf
- die wirtschaftlichen Entfaltungsmöglichkeiten einer Kommune verbessern,
- soziale Nachteile ausgleichen,
- natürliche Lebensgrundlagen in der gebauten Umwelt schützen und stärken und
- (nicht zuletzt) das baukulturelle Erbe bewahren.
Diese Gemeinschaftsaufgabe führt den privaten, den zivilgesellschaftlichen und den öffentlichen Sektor zusammen.