Bildungsinitiative Nachhaltigkeit

Schuljahr der Nachhaltigkeit

Was ist das SdN?

Seit 2014 wird das Programm „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ (SdN) im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an Grundschulen in sechs Modellregionen in Hessen umgesetzt. Mit Unterrichtsmodulen zu Themen der Nachhaltigkeit verfolgt das SdN das Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an Grundschulen zu verankern. Die Schulen werden befähigt, nachhaltige Entwicklung als Aufgabe der ganzen Schule zu verstehen und entsprechend aktiv zu werden. Die engagierten Schulen können sich anschließend für die Auszeichnungen „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ und „Schule der Nachhaltigkeit“ bewerben.

 

Was bietet das SdN?

Die SdN-Angebote für Schulen und Lehrkräfte umfassen Lernwerkstätten, die personengeleitet gebucht oder mit Hilfe der dazugehörigen frei verfügbaren Bildungsmaterialien eigenständig umgesetzt werden können. Die Lernwerkstätten werden ergänzt durch Lehrerfortbildungen sowie Betreuung und Beratung der Lehrkräfte und Schulleitungen. Dabei kommen SdN-Multiplikatorinnen und Multiplikatoren - das sind außerschulische BNE-Pädagoginnen und Pädagogen - in die Schulen und arbeiten mit ihnen in Bildungspartnerschaften zusammen: Sie analysieren den IST-Stand in bezug auf BNE, beraten die Kollegien und Schulleitungen in Sachen curricularer Verankerung von BNE, führen die Lernwerkstätten im Unterricht durch und verbinden sie mit Team-Teaching-Angeboten für die Lehrkräfte.

 

Lernwerkstätten und Bildungsmaterialien

Die Lernwerkstätten sind für den Sachkundeunterricht in der 3. und 4. Klasse, passend zu den Hessischen Bildungsstandards konzipiert und für vier Schulstunden ausgelegt. Die begleitenden Materialien bestehen aus reich bebilderten Arbeitsblättern, Hintergrundinfos und Durchführungsabläufen, die für die vierstündigen Lernwerkstätten aufeinander aufbauen. In erster Linie handelt es sich um Handreichungen für die außerschulischen SdN-Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die mit den Grundschulen zusammenarbeiten. Die Materialien können jedoch je nach Bedarf auch direkt von Schulleitungen und Lehrkräften einzeln genutzt werden. Folgende Lernwerkstätten und Materialien, welche Themen der SDGs aufgreifen, stehen zur Verfügung:

 

- Fair Play – Kinderrechte und Konsum

- Ernährung – fair und klimafreundlich

- Klimawandel und Klimaschutz — lokal und global

- Energie – schlau nutzen

- Abfall und Recycling – vermeiden, wiederverwenden, wiederverwerten

- Aktionsbaukasten – Öffentlichkeit ansprechen, Planen und Handeln

- Vielfalt auf dem Schulhof – Wildbiene und Co.

- Gewässer – Leben braucht Vielfalt

 

Grundschulkinder lernen im SdN, was nachhaltige Entwicklung in ihrer und in der Lebenswelt anderer Kinder rund um den Globus bedeutet. Sie erproben im Unterricht Handlungsoptionen für eine nachhaltigere Welt, die sie auch in ihrem eigenen Alltag umsetzen können. Das Denken in Zusammenhängen wird gefördert, Empathie und Reflexionsfähigkeit werden gestärkt. Die Kinder erfahren die Selbstwirksamkeit, dass jede und jeder etwas zum Wandel beitragen kann.

 

Fortbildung und Beratung für Lehrkräfte

Mit dem Ziel BNE an Grundschulen langfristig zu implementieren, nimmt das SdN den gesamten Schulbetrieb in den Blick: Im Sinne des „Whole School Approach“ wird der Schulalltag nachhaltig gestaltet und gelebt. Auf dem Weg dorthin begleiten die SdN-Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die Schulgemeinschaft mit folgenden Beratungsangeboten:

 

Vorgespräch mit IST-Stand-Analyse

Im Gespräch zwischen Schulleitung und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wird folgenden Fragen auf den Grund gegangen: Welche Inhalte und Themen bieten Anknüpfungspunkte zur Stärkung einer BNE in Ihrer Schule? Welche Ziele lassen sich daraus entwickeln? Gemeinsam werden Ideen und Schritte zur Weiterarbeit entwickelt.

 

Lehrkräfte-Fortbildung - Pädagogischer Tag

In einem pädagogischen Tag mit dem gesamten Kollegium wird ein gemeinsames Verständnis zu den Konzepten Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen entwickelt. Gemeinsam werden konkrete Ideen entwickelt, wie in unterschiedlichen Bereichen der Schule Zukunftsthemen wie Klimawandel, Gerechtigkeit oder Ressourcenschutz eingebunden werden können.

 

Team-Schulungen zu den Lernwerkstätten und Reflexions-Gespräche

Zu allen Lernwerkstätten werden Schulungen für Lehrkräfte im Team angeboten, bei denen die Lehrerinnen und Lehrer die Werkstätten selbst ausprobieren und die Materialien kennenlernen können. Die eingesetzten Printmaterialien werden den Schulen zur Verfügung gestellt; die Experimentiermaterialien können bei den jeweiligen regionalen Umweltzentren ausgeliehen werden.
Ergänzt werden die „Team-Teachings“ durch gemeinsame Reflexionen und Erfahrungsaustausche.

 

BNE-Beratung zu Curriculum und Schulprofil

Mit unterschiedlichen Wahlbausteinen kann das Kollegium dabei unterstützt werden, BNE allgemein oder ausgewählte Themen der BNE langfristig im ihrem Sachunterrrichts-Curriculum oder Schulprofil zu verankern.

 

Wer setzt das SdN an den Schulen um?

Das SdN wird von der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Hessen e.V. (ANU Hessen) im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums koordiniert. Dabei arbeitet sie regional mit folgenden Umweltzentren, die alle auch zertifizierte Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung in Hessen sind, zusammen:

 

- AZN Naturerlebnishaus Heideberg aus dem Vogelsbergkreis

- Naturschutzzentrum Bergstraße in Bensheim

- Beratungsstelle für ökologische Bildung aus Bad Homburg

- Umweltbildungszentrum Licherode

- Wassererlebnishaus Fuldatal

- Naturschutzhaus Weilbacher Kiesgruben in Flörsheim

- Umweltlernen in Frankfurt

 

BNE-Pädagoginnen und Pädagogen aus den Umweltzentren führen die SdN-Maßnahmen in den Schulen durch. Sie haben sich zum Netzwerk der SdN-Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zusammengeschlossen. Das Netzwerk wurde 2016 im Rahmen des WAP von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem BMBF als Netzwerk mit Auszeichnung gewürdigt.

 

Wie hat sich das SdN entwickelt?

Im Rahmen der Bildungsinitiative zur Nachhaltigkeitsstrategie Hessen wurde das SdN von 2014 bis 2016 an zwölf Schulen in sechs Modellregionen in Hessen umgesetzt. Dabei wurden die o.g. Lernwerkstätten entwickelt und erprobt. Die pilothafte Entwicklung und Erprobung erfolgte 2012 an Frankfurter Schulen durch Umweltlernen in Frankfurt e.V.

Von 2017 bis 2019 wurde das SdN als Transferkonzept zur Bildungsinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen und im Rahmen der Länderinitiative „Hessens Schulen auf dem Weg zur Schule der Nachhaltigkeit“ weiterentwickelt. Die Länderinitiative diente zur Umsetzung des Orientierungsrahmens Globales Lernen und erfolgte in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium und mit Förderung durch Engagement Global gGmbH aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Im Kontext des Transferkonzeptes und der Länderinitiative wurden die bereits existierenden Bildungsmaterialien zu den Themen Klimaschutz, Energie, Ernährung, Abfall/Recycling, Kinderrechte und Konsum und der Aktionsbaukasten im Hinblick auf die soziokulturelle Perspektive im Kontext des Globalen Lernens überarbeitet sowie die Beratungsangebote in Schulen umgesetzt.

Im Rahmen des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 (IKSP) werden SdN-Module in Bezug auf Klimaschutz, Klimawandel und Anpassung an den Wandel aktualisiert und das SdN an vielen weiteren Grundschulen angeboten. Außerdem wagt das SdN mit den Klimathemen den Sprung in die Sekundarstufe I.

 

Wie sichert das SdN seine Qualität?

Grundschulen, die das SdN erfolgreich umgesetzt haben, können sich für die Auszeichnung „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ oder „Schule der Nachhaltigkeit“ bewerben. Die ausgezeichneten Schulen sind Teil des Schulnetzwerkes „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“, zu dem auch die Umweltschulen, UNESCO-Projektschulen, Grenzenlos-Schulen, Eine-Welt-Schulen und Fair-Trade-Schulen in Hessen gehören.

Aktuell sind 20 Schulen in Hessen ausgezeichnet: Elf Schulen für das Schuljahr der Nachhaltigkeit und neun Schulen der Nachhaltigkeit.

 

Bildungsmaterialien zu den Lernwerkstätten

Die Materialien zu den Beratungsangeboten und zu den Lernwerkstätten für die 3. und 4. Klassen hessischer Grundschulen bestehen aus reich bebilderten Arbeitsblättern, Methodenbeschreibungen, Hintergrundinfos und Durchführungsabläufen, die in der nummerierten Reihenfolge - wie sie im folgenden gelistet sind - aufeinander aufbauen. Die Module sind handlungsorientiert und für vier Schulstunden konzipiert. Es können aber auch je nach Bedarf einzelne Arbeitsblätter oder Fotos für den Unterricht genutzt werden, ohne dass ein Lernwerkstattzyklus durchgeführt wird. Die Abkürzungen in den Dateinamen stehen für:

 

AB = Arbeitsblatt für Schülerinnen und Schüler

MA = Methodenanleitung

MB = Methodenblatt

WM = Werkstattmaterial

PPP = Präsentation

 

Die SdN Materialien unterstützen Grundschulen bei der Implementierung von Bildung für nachhaltiger Entwicklung (BNE) im Sinne des „Whole School Approach“ und geben praktische Beispiele zur Umsetzung des Orientierungsrahmens in Hessen. Folgende Materialien, welche Themen der SDGs aufgreifen, stehen zur Verfügung:

Einführung "Schulen auf dem Weg zu Schulen der Nachhaltigkeit"

Vorgespräch mit IST-Stand-Analyse

Lehrkräfte-Fortbildung/ Pädagogischer Tag

Ernährung – fair und klimafreundlich

Abfall und Recycling – vermeiden, wiederverwenden, wiederverwerten