Berichte vom 5. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit

Foto von der Aktion des Landkreis Marburg-Biedenkopf
© Landkreis Marburg-Biedenkopf

Landkreis Marburg-Biedenkopf

Zweites Dialogforum Nachhaltigkeit - Konzeptpräsentation - Landkreis Marburg-Biedenkopf

Nachhaltigkeit ist Thema im zweiten Dialogforum

Bürgerinnen und Bürger diskutieren im Kreishaus über das Konzept

Marburg-Biedenkopf – Im Rahmen eines Dialogforums haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landkreises Marburg-Biedenkopf das Nachhaltigkeitskonzept vorgestellt und mit interessierten Bürgern gesprochen. Sie stellten fünf Wirkungsfelder und die wichtigsten Themen vor, die der Landkreis nachhaltig entwickeln will.

Die Ziele des Landkreises sind: Glück, Gesundheit und Zusammenhalt fördern, Die regionale Wirtschaft für die Zukunft stärken, Die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten, Eine agile und verlässliche Kreisverwaltung sein, Die Politik gemeinsam mit allen Menschen im Landkreis gestalten.

Aus dem ersten Wirkungsfeld ist das Thema „Ländliche Entwicklung, Demografie und gutes Leben im Alter“ sowohl von der Verwaltung als auch von den Bürgern als das wichtigste eingestuft worden. Der Landkreis setzt sich darum das Ziel, die Infrastruktur und die Versorgung in den Dörfern zu erhalten und zu entwickeln. Die ländliche Entwicklung und die Stadtentwicklung sollen auf den Bedarf älterer Menschen abgestimmt werden. Zu diesem Zweck werden Daten zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs erhoben und ausgewertet. Durch den gezielten Einsatz von Fördermitteln sollen Ortskerne wiederbelebt und Wohnraum weiterentwickelt werden.

„Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat als einer der ersten Landkreise in Deutschland ein Nachhaltigkeitskonzept erstellt und ist damit auch ein Vorbild für andere Landkreise“, freute sich Landrätin Kirsten Fründt bei ihrer Begrüßung der rund 80 Interessierten, die sich zum Dialogforum Nachhaltigkeit im Kreishaus eingefunden hatten. Der verwaltungsinterne Austausch zur Konzeptentwicklung habe viele wertvolle Ideen und Vorstellungen hervorgebracht, die die Kreisverwaltung als Ganzes beträfen. Diese Entwicklung habe auch Abteilungen sensibilisiert, die sich bislang nicht so intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt hätten. Bürgerinnen und Bürger in einem mehrstufigen Beteiligungsprozess einzubinden, sei wichtig, um die Ergebnisse abzusichern. „Im Grunde müssen wir dahin kommen“, so Fründt, „dass sich jeder einzelne als Leitgedanke fragt: Ist das jetzt nachhaltig, was ich hier tue?“. Bei diesen Fragestellungen solle das Nachhaltigkeitskonzept Hilfestellung bieten und Mut machen, Dinge gemeinsam anzugehen.

Ruth Glörfeld, Fachdienstleiterin Bürgerbeteiligung, Ideen- und Beschwerdemanagement, stellte den bisher erfolgten Bürgerbeteiligungsprozess im Zuge der Konzeptentwicklung dar und ging auf die inhaltlichen Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger sowie der befragten Gremien ein. Danach präsentierte Heike Wagner, Fachbereichsleiterin Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, das Nachhaltigkeitskonzept und erläuterte, dass das Konzept als Arbeitsgrundlage für eine nachhaltige Kreisentwicklung weiter eingesetzt werden solle. Man habe für alle wesentlichen Themen erste Ziele, Indikatoren und Maßnahmen zusammengetragen.
So wurde beispielsweise im zweiten Wirkungsfeld die „Regionale Wirtschaft für die Zukunft zu stärken“, die Förderung der regionalen Wertschöpfung als wesentliches Thema benannt. Derzeit fördert der Landkreis im Rahmen des PRODKASTEN-Projektes innovative Produkte aus der Region. Zudem strebt er die Zertifizierung als „Mittelstandorientierte Kreisverwaltung“ an.

Für die vielfältigen bereits existierenden Aktivitäten der Kreisverwaltung böte das Nachhaltigkeitskonzept ein vereinendes Gesamtgerüst. Anhand dessen könnten nun weitere Bedarfe identifiziert und ausgearbeitet werden. Dabei solle auch zukünftig weiter auf Beteiligung und Austausch mit bestehenden Initiativen gesetzt werden, unterstrich die Landrätin.
In moderierten Arbeitsgruppen wurden anschließend folgende Fragen diskutiert: Wie möchten Sie sich weiter beteiligen? Wie soll die Beteiligung organisiert werden? Welche Initiativen im Landkreis sollten Ihrer Meinung nach gezielt angesprochen / eingebunden werden? Die Ergebnisse der Diskussion werden derzeit ausgewertet.

Zwischen den Vorträgen und nach der Arbeitsgruppenphase kam das „fast forward theatre“ aus Marburg ins Spiel. Martin Esters und Antje Kessler führten mit viel Humor und Fantasie die von den Teilnehmenden vorgebrachten Ideen und Anmerkungen zum Thema nachhaltiger Landkreis zu spontanen Theaterszenen zusammen, was bei den Gästen sehr gut ankam. „Solche kreativen Einlagen bringen zwischendurch einen erfrischenden Perspektivwechsel und sind extrem inspirierend“, betonte Heike Wagner. Von den Teilnehmenden seien einige interessante Ideen zur weiteren Gestaltung der Beteiligung eingebracht worden, fasste Wagner zusammen und es seien über 50 Akteure genannt worden, die für eine weitere Vernetzung angesprochen werden sollen.
Das Nachhaltigkeitskonzept des Landkreises sowie weitere Informationen und Veranstaltungshinweise sind abrufbar unter: www.mein-marburg-biedenkopf.de.