Artenpatenschaften für Unternehmen

Artenpatenschaft fledermausfreundliches Betriebsgelände

Hessische Betriebe machen mit beim Schutz der Fledermäuse
Unter den etwa zwanzig heimischen Fledermausarten gibt es mehrere, die menschliche Gebäude als Quartiere nutzen. Dies sind entgegen verbreiteter Vorurteile keineswegs alte Gemäuer. Es sind Baulichkeiten jeder Art, sofern sie nur Ritzen und Spalten an Dächern oder hinter Fassadenverkleidungen aufweisen, hinter denen sich die Tiere verstecken können. In sogenannten »Wochenstuben« leben oft größere Gruppen von Fledermaus-Weibchen zur gemeinsamen Jungenaufzucht.

In Gebäuden in Hessen kommen besondes häufig Zwergfledermäuse und Breitflügelfledermäuse vor. Mehr dazu erfahren Sie in der Broschüre auf Seite 11.

Viele Fledermausarten sind selten geworden. Sie pflanzen sich nur langsam fort: die meisten gebären jedes Jahr nur ein Junges – dafür können sie sehr alt werden. Für die am häufigsten anzutreffende Art, die Zwergfledermaus, genügen auch Spalträume, die keine zwei Zentimeter breit sind! Solche Gebäudestrukturen spielen im Lebenszyklus der Fledermäuse eine große Rolle – und sind mit etwas gutem Willen leicht zu erhalten oder neu zu schaffen.

Wie kann ein Unternehmen zum Schutz der Fledermäuse beitragen?
Damit Tierarten eine Chance zum Überleben haben, müssen alle Lebensfunktionen im Jahreslauf gewährleistet sein. Bei Fledermäusen sind dies: Ungestörte Quartiere zum Überwintern, geeigneter Sommerlebensraum, ausreichend Insektennahrung und geeignete Wochenstuben-Quartiere.

Bei vielen dieser Faktoren können Unternehmen aller Art einen Beitrag leisten:

- Auf bunten Blumenwiesen, »wilden Ecken« oder in einem kleinen Teich auf dem Betriebsgelände entwickelt sich rasch ein reiches Insektenleben mit Schmetterlingen, Käfern und anderen Kerbtieren – damit ist der Tisch gedeckt für unsere Fledermäuse.

 

Wirkungsvolle Hilfe ist auch möglich, indem

- bei Gebäudesanierungen (z. B. zur Wärmedämmung) auf Fledermäuse geachtet wird und vorhandene Quartiere geschützt werden. Hinweise auf Fledermäuse sind manchmal kleine trockene Kotkrümel aus Insektenresten auf dem Boden »unter der Fledermauswohnung«.

- bei Fassadenverkleidungen auf »Insektenschutzgitter« zumindest abschnittsweise verzichtet wird, um Fledermäusen den Zugang nicht zu versperren.

- Es gibt auch fertige Niststeine für Fledermäuse »von der Stange« zum Einbau in Gebäudefassaden und Fledermauskästen zum Aufhängen.

 

Übrigens: Fledermäuse haben mit Mäusen nur rein äußerliche Ähnlichkeit und verursachen keinerlei Schäden am Gebäude. Sie nagen weder Gänge noch bauen sie Nester.

 

Wer kann weiterhelfen?

NABU-Aktion »Fledermausfreundliches Haus«

Projektleitung: Petra Gatz

Telefon: 06441-67904-25

Mail: Fledermaus@NABU-Hessen.de