Partnerunternehmen der Biologischen Vielfalt in Hessen

Artenpatenschaft amphibienfreundliches Betriebs- gelände

Hessische Tagebaubetreiber machen mit und helfen Gelbbauchunke & Co.

In den aktiven und ehemaligen hessischen Gewinnungsstätten für Steine, Kies, Sand und Ton haben einige früher verbreitete Amphibienarten inzwischen ihre letzten Vorkommen. Durch die aktive Rohstoffgewinnung entstehen Strukturen, die für ihr Überleben in Hessen eine herausragende Bedeutung haben.

Welche Arten kommen in Hessen vorwiegend in Gewinnungsstätten vor?

// Geburtshelferkröte

Die Geburtshelferkröte lebt heute in Hessen fast ausschließlich in aktiven und ehemaligen Steinbrüchen. Beim Laichgewässer ist die Art wenig wählerisch, benötigt aber felsig-steinige Landlebensräume und verschwindet, sobald diese Flächen zuwachsen.

// Gelbbauchunken, Kreuzkröten und Wechselkröten …

… sind dagegen auf möglichst frisch entstandene, stark besonnte Kleingewässer (Radspuren, Restwasserlöcher, Tümpel) angewiesen. Nur dann sind deren Fressfeinde wie Molche oder Libellenlarven noch nicht vor Ort und die Kaulquappen haben eine Chance sich zu entwickeln.

// Laubfrosch, Kammmolch und die Wasserfrösche …

… nutzen gerne dauerhaftere und schon etwas ältere Gewässer mit bereits vorhandenen Ufer- und Wasserpflanzen und sonnigen, flachen Uferbereichen. Diese Arten sind daher auch nicht so stark auf Gewinnungsstätten angewiesen.

Was ist für Amphibien in Gewinnungsstätten wichtig?

Wassergefüllte Fahrspuren – Mulden in der Steinbruchsohle Der größte Schatz für Amphibien sind vegetationsfreie Rohbodengewässer in Gewinnungsstätten. Auf diesen Gewässertyp sind vor allem die so genannten »Pionierarten« wie Gelbbauchunke, Kreuz- und Wechselkröte für ihr Überleben angewiesen. Im laufenden Betrieb entstehen solche Gewässer immer wieder neu »nebenbei«. Dabei wird in diesen Ersatzlebensräumen die natürliche Dynamik der ursprünglichen Lebensräume in dynamischen Flussauen imitiert. Auf staunassem oder lehmigem Untergrund führt die Bodenverdichtung mit schweren Fahrzeugen zu kleinen Tümpeln oder Fahrspuren, die sich dann mit Regenwasser oder durch Hang- oder Entwässerungswasser füllen.

Mehr dazu erfahren Sie in unserer Broschüre ab Seite 27.

 

Wer kann weiterhelfen?
Bei Bedarf bietet Hessen-Forst FENA auch Ihrem Unternehmen eine kostenfreie Fachberatung durch ein amphibienkundliches Fachbüro oder eigene Mitarbeiter an.
Hessen-Forst
Servicezentrum für Forsteinrichtung und Naturschutz
Dipl.-Biol. Christian Geske | 0641/4991-263
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