Der Hintergrund
In ihrer Kindheit wurden die beiden Geschwister türkischer Herkunft, Dilara und Dilruba Aydın, von einer älteren Dame, einer Art „deutschen Oma“, an Bereiche wie Kultur, Kunst und Musik herangeführt. Diese positiven Erfahrungen wollten die beiden Studierenden anderen Kindern mit Migrationshintergrund ebenfalls ermöglichen und gründeten das Projekt „Kultur Kids Nordstadt“. In Kooperation mit der Carl-Anton-Henschel-Schule in Kassel, deren Schüler zu 90% einen Migrationshintergund haben, wird das Projekt seit dem Wintersemester 2008/2009 an der Universität Kassel als Seminar für Pädagogikstudierende angeboten.
Die Ziele
Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht darin, einen Beitrag zum interkulturellen Lernen zu leisten und sowohl den Horizont der Kinder als auch der Studierenden zu erweitern. Konkret bedeutet dies auf der Seite der Kinder den Abbau von Bildungsbarrieren, eine Vergrößerung des kulturellen und sozialen Erfahrungsraumes, indem sie ihren Stadtteil verlassen, eine Verbesserung und Erweiterung ihres Allgemein- und Umweltwissens und ihrer Sprachkompetenzen. Das Ziel des Projekts ist es, durch das gegenseitige Kennenlernen Fremdheit zu überwinden und zu gegenseitiger Akzeptanz und gelebter Integration beizutragen. Kinder mit ausländischen Wurzeln sollen an die Hand genommen werden und an Kunst, Kultur und Natur herangeführt werden.
Was das Projekt leistet
Studierende der Universität Kassel treffen sich über einen Zeitraum von etwa einem Jahr mit SchülerInnen im Alter von 8 bis 11 Jahren der Carl-Anton-Henschel-Schule, einer Grundschule im Kasseler Stadtteil Nordholland. Einmal wöchentlich holen die Studierenden „ihr Kind” von der Schule oder von zu Hause ab und unternehmen kulturelle, soziale und sportliche Freizeitaktivitäten. Bei den Treffen lernen sich der Student und das Kind kennen und entdecken gemeinsam Kassel. Sie unternehmen zum Beispiel Ausflüge in Museen, besuchen den Zoo oder Weihnachtsmarkt oder sie backen oder kochen gemeinsam. Die Unternehmungen sind für die Kinder völlig kostenlos. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Schule, den Studenten, Kindern und Eltern ist für das Projekt sehr wichtig.
Die Kinder genießen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit eines Erwachsenen und lernen andere Lebensentwürfe kennen. Während sie gemeinsam mit den Studierenden kulturelle Angebote in Kassel entdecken, stärken sie ihr Selbstbewusstsein und verbessern ihre Deutschkenntnisse. Die Studierenden im Gegenzug lernen Lebenswelten von Kindern mit Migrationshintergrund und soziale Brennpunkte kennen. Sie übernehmen für einen begrenzten Zeitraum die Verantwortung für ein Kind und lassen diese Erfahrungen in ihr Pädagogikstudium einfließen.
