Hessen aktiv: CO2-neutrale Landesverwaltung

Energiespartipp Oktober

Die Winterzeit rückt langsam näher, die Heizungen werden wieder aufgedreht und die Energiekosten steigen. Wie Sie auch in der kalten Jahreszeit Energie einsparen können, erfahren Sie hier.

Im Dunklen frieren…
„Im Dunklen frieren…“ ist wohl das häufigste Vorurteil, das einem begegnet, sobald die Außentemperaturen sinken, die Nächte wieder länger werden und die Raumtemperatur in Büros eingestellt werden muss. Für ein angenehmes Raumklima in Büroräumen wird eine Raumtemperatur von 20°C empfohlen.
Probieren Sie es einfach aus!

Jedes Grad zählt
Ein Grad mehr oder weniger wird schon nicht so viel ausmachen, oder? Doch! Jedes Grad höher steigert den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent. Eine regelmäßige Prüfung der Raumtemperatur, beispielsweise mit einem Raumthermometer, lohnt sich also immer.
In der Küche produzieren Kühlschrank und Spülmaschine Abwärme und in den Fluren hält man sich meist nur kurz auf. Daher können Sie in diesen Räumlichkeiten besonders sparsam heizen. Flurabschluss- und Trenntüren sollten Sie natürlich geschlossen halten, um ein Entweichen der warmen Luft zu verhindern.

Tür zu!
Wenn es draußen kalt ist, ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass die Außentüren, aber auch die Türen zu unbeheizten Räumen wie zum Beispiel zu Kellerräumen, geschlossen sind. Kalte Luft, die durch diese offenen Türen in die Büroräume eindringt und auf die Thermostatventile der Heizkörper trifft, sorgt dafür, dass diese sich öffnen und den Energiever-lust erhöhen. Energie wird so verschwendet. Dieser Effekt wird bereits durch niedrig tempe-rierte Luft aus dem Flur ausgelöst. Daher gilt im Winter immer: Türen zu!

Kalte Heizkörper?
Kennen Sie das? Ihre Heizköper fiepen und glucksen und werden trotz aufgedrehter Ventile nicht wirklich warm. Dann ist meist eine einfache Entlüftung notwendig. Um den Druckabfall durch die Entlüftung auszugleichen, sollte gleichzeitig vom Haustechniker in der Heizungsanlage Wasser nachgefüllt werden.

Jeder Heizkörper muss die richtige Menge an warmem Wasser enthalten. Dafür sorgt der so genannte „hydraulische Abgleich“. Er sichert eine gleichmäßige Wärmeverteilung im gesamten Gebäude. Die Voraussetzung für diesen Abgleich ist, dass der Heizkörper bereits über regelbare Rücklaufverschraubungen verfügt. Eine richtig eingestellte Heizanlage spart bis zu 20 Prozent Energie ein. Da hat man die eventuellen Kosten für den Handwerker schnell wieder raus.

Das Thermostatventil verstehen!
Ist uns kalt, drehen wir das Thermostatventil voll auf; ist uns warm, drehen wir es wieder runter.
So verbraucht man unnötig Energie, denn das Thermostatventil funktioniert nach einem anderen Prinzip: Im Ventilkopf befindet sich eine Flüssigkeit, die sich bei Erwärmung ausdehnt. Ist es im Raum zu warm, so schließt das Thermostatventil den Wasserzulauf, bis die am Ventil eingestellte Temperatur erreicht ist. Wird es im Raum zu kalt, so zieht sich die Flüssigkeit zusammen. Das Ventil öffnet sich, bis der Raum wieder die am Ventil eingestellte Temperatur erreicht hat. Es wird also nicht schneller warm, wenn wir das Thermostatventil ganz aufdrehen, sondern schnell zu warm. Bei einer Einstellung des Thermostatventils auf „2-3“ wird der Raum auf konstant 20°C -21°C geheizt, was einer empfohlenen Temperatur von 20°C für Büroräume entspricht. Wird es im Raum kälter, öffnet sich das Ventil automatisch bis die eingestellte Temperatur wieder erreicht wird. Achten Sie auch vor dem Lüften durch Öffnen der Fenster darauf, das Thermostatventil auf  zu stellen, um so unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.
Wird Ihre Heizungsanlage über Nacht zentral abgesenkt (zentrale Nachtabsenkung)? Wenn ja, dann brauchen Sie das Thermostatventil vor Feierabend nicht zurückzudrehen. Gibt es keine zentrale Absenkung der Heiztemperatur, sollten Sie die Raumtemperatur vor dem Feierabend jedoch selbst reduzieren.

Besonderheiten
Außerhalb des eigentlichen Dienstbetriebes liegende Gebäudenutzungen (z.B. Abendveranstal-tungen) sollten, wenn möglich, in Räumen oder Gebäudeteilen durchgeführt werden, die separat beheizbar und regelbar sind.
In Räumen, die außerhalb der normalen Dienstzeiten voll beheizt werden müssen (z.B. Räume für Bereitschafts- und Pförtnerdienste), können sich fest installierte separate Einzelheizgeräte als Ergänzung zur eigentlichen Gebäudeheizung befinden. Diese sollten nur in Betrieb genommen werden, wenn die zentrale Heizungsanlage ausgeschaltet ist bzw. abgesenkt betrieben wird. Die Leistungsanpassung dieser Einzelheizgeräte sollte durch Einstellung (Thermostate, Stufenschalter usw.) erfolgen und zwar nur in der Zeit, in der eine Nutzung stattfindet.

Ferien für die Heizung?
Wenn niemand im Büro ist, muss auch nicht geheizt werden, oder? Stimmt! Sie können viel Heizenergie sparen, wenn Sie bei mehrtägiger Abwesenheit (z.B. übers Wochenende) die Temperatur verringern bzw. das Thermostatventil auf  drehen. Dies ist das Symbol für Frostschutz, um ein Einfrieren der Heizkörper zu verhindern. Am besten probieren Sie aus, wie weit Sie die Temperatur reduzieren können, ohne dass es bei Arbeitsbeginn unzumutbar lange dauert, bis eine behagliche Raumtemperatur erreicht ist. Auch hier gilt: Erkundigen Sie sich zuerst, ob die Heizkörper in Ihrem Büro zentral angesteuert werden. Ist das der Fall, fragen Sie am besten nach, ob die Temperatur übers Wochenende auch wirklich abgesenkt wird. In Fortbildungsstätten brauchen beispielsweise Seminarräume während der Ferien nur wenig beheizt werden. Also lassen Sie die Heizung auch mal Urlaub machen!

Kommt wie jedes Jahr: Sommerzeit-Winterzeit
Überprüfen Sie regelmäßig die Raumtemperatur und korrigieren Sie diese bei Bedarf. Wenden Sie sich bei Problemen an die Haustechniker. Nach der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit nicht vergessen, dass alle Zeitschaltuhren wieder an die aktuellen Bedingungen angepasst und neu eingestellt werden. Aber auch nach der Zeitumstellung sollten die Einstellungen in gewissen Abständen überprüft und angepasst werden.

 

 

Gewinner Poster: Halbzeitworkshop

Wie motiviere ich meine Kolleginnen und Kollegen zum Heizenergie sparen?

© Sabine Moosmann / pixelio.de

Macht die Heizkörper frei!

Heizkörper können Ihre Wärme nur dann vollständig abgeben, wenn sie nicht zugestellt oder zugehängt sind. Daher sollten Heizkörper nicht durch Möbelstücke oder durch lange und dicke Vorhänge verdeckt sein. Wenn es die Möblierung Ihres Raums zulässt, lassen Sie mindestens 50 cm Platz vor den Heizkörpern.

Stoßlüften...

So sollte ein Fenster im Winter nicht dauerhaft offen stehen. Ein Großteil der vom Heizkörper erwärmten, nach
oben aufsteigenden Raumluft verschwindet direkt durch den Spalt nach draußen.